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Indonesien auf der Berlinale 2026

Filmbeiträge aus Indonesien auf der 76. Berlinale 

 

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 Filmstill aus Ghost in the Cell von Joko Anwar; Quelle: © Come and See Pictures

 

InMaOn / JH) Der Februar in Berlin bedeutet nicht nur winterliche Tristesse, sondern immer auch elf Tage cineastische Freuden. Es ist wieder Berlinale-Zeit.

 

Vom 12. bis 22. Februar 2026 wird die Spree-Metropole erneut zum Zentrum der internationalen Filmwelt. Als eines der größten Publikumsfestivals der Welt verstehen sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin als Ort künstlerisch-kreativer Auseinandersetzung und der Unterhaltung, mit einem hohen gesellschaftlich-politischen Anspruch.

 

Gezeigt wird ein breites Spektrum des Filmschaffens. Aus über 8000 Einreichungen aus mehr als einhundert Ländern sind mehr als 270 Filme ausgewählt worden. Produktionen unterschiedlichster Genres, Längen und Formate, die sich mit drängenden politischen, ökologischen, gesellschaftlichen und persönlichen Themen auseinandersetzen, darunter zahlreiche internationale Premieren und Weltpremieren.

 

Auch 2026 ist indonesisches Kino wieder Teil des reichhaltigen Berlinale-Angebots. Das Festivalpublikum kann sich auf zwei renommierte indonesische Filmemacher freuen – Edwin und Joko Anwar –, die zwei Weltpremieren präsentieren, in den Sektionen Berlinale Special (Programm Berlinale Special Midnight) und Forum.  

 

Der blutige Body-Horror-Film Monster Pabrik Rambut (Sleep No More) von Edwin läuft im Programm Berlinale Special Midnight, das für die Welt des Genrekinos steht: Horror, Thriller, Science-Fiction und Filme, die augenblicklich zu Kultklassikern werden (…).  

 

Mit Ghost in the Cell präsentiert Joko Anwar seinen Beitrag in der Sektion Forum. Hier wird die gesamte Bandbreite kinematografischer Formen, Mittel und Erzählweisen gezeigt und den Untiefen der Gegenwart sowie der Vergangenheit unerschrocken ins Auge geblickt. Joko Anwars Horrorkomödie spielt im Gefängnis: Die Insassen müssen sich gegen einen mörderischen Geist verbünden, der Leichen in Kunstinstallationen verwandelt (…).

 

Im Folgenden eine nähere Erwähnung der beiden indonesischen Lang-Film-Beiträge sowie Hinweise zu den Vorführungsterminen:

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Filmstill aus Monster Pabrik Rambut (Sleep No More) von Edwin, Sektion: Berlinale Special 2026 ; Quelle:  ©Palari Films

 

In Monster Pabrik Rambut beutet die Fabrikbesitzerin Maryati ihre Angestellten in überlangen Arbeitsschichten aus. Sie lockt sie mit kleinen Aufmerksamkeiten, die sie dazu bringen, ihre Gier über ihren Schlaf zu stellen.

Putri ist überzeugt, dass ihre Mutter deshalb in der Fabrik, in der sie arbeitete, Suizid begangen hat. Ihre Schwester Ida dagegen glaubt, dass die Mutter besessen war und deshalb ums Leben gekommen ist. Sie glaubt, dass immer, wenn die Arbeiter:innen einen Zustand der völligen Erschöpfung erreichen, eine dunkle, böse Gestalt erscheint und von ihnen Besitz ergreift. Um ihre Theorie zu beweisen, beschließt Ida, Tag und Nacht zu arbeiten. Sie will das Gleiche erleben wie ihre Mutter und das geheimnisvolle Wesen mit eigenen Augen sehen.

Putri und Ida haben auch noch einen jüngeren Bruder, Bona. Er wurde mit einer besonderen Gabe geboren: Wenn er sich verletzt, heilen seine Wunden in kürzester Zeit wieder. Während die Schwestern versuchen, den Tod ihrer Mutter aufzuklären, nutzt die Geistergestalt, die auf der Suche nach einem idealen Körper ist, Bonas Gabe aus. Bona ist in Gefahr. Die drei Geschwister stellen sich mutig den eigenen Schwächen, finden Kraft im Glauben aneinander und überwinden so erfolgreich den Schrecken, der seit Langem über ihrer Familie schwebt (…).

 

Daten zum Film

Monster Pabrik Rambut (Sleep No More) | von Edwin (Regie, Buch), Eka Kurniawan (Buch), Daishi Matsunaga (Buch), Akiko Ashizawa (Kamera) | mit Rachel Amanda, Lutesha, Iqbaal Ramadhan, Didik Nini Thowok, Sal Priadi, Luqman 'Kev' Hakim

Daniel Hui (Montage), Hiroyuki Nagashima (Musik) | Ting Li Lim, Grace Hui Wong (Sound Design) | Menfo Tantono (Szenenbild) | Muthiara A. Rievana (Kostüm) | Eba Sheba (Maske)|Meiske Taurisia, Muhammad Zaidy (Produzent:innen)

Filmlänge 96 Min. | in Farbe | Indonesien, Singapur, Japan, Deutschland, Frankreich 2026 | Indonesisch (mit englischen Untertiteln) | Weltpremiere

Nathaniel P. Gunawan, Natalie Balakrishnan, Natasha Sidharta, Iqbaal Ramadhan, Ernest Prakasa, Dipa Andika, FX Iwan, Yonathan Nugroho, Maudy Ayunda, Jiro Ohno, Satoshi Goto, Naoko Komuro, Sean Kim, Morin Chandra, Jose Dima Satria, Imanuel Nugroho Wirajaya (Executive Producers) | Dian Sastrowardoyo, Anthony Chen, Yi Peng Teoh, Atsuko Ohno, Terutaro Osanai, Roshanak Behest Nedjad, Marine Arrighi De Casanova (Koproduzent:innen).

 

ProduktionPalari Films, Jakarta, Indonesien

Weltvertrieb: Showbox Corp.,Seoul, Südkorea

 

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Internationales Poster Monster Pabrik Rambut (Sleep No More) von Edwin; Quelle:  Weltvertrieb / Showbox Corp.,Seoul, Südkorea 

 

Über | Edwin

Der in Surabaya, Indonesien, geborene Filmemacher studierte Grafikdesign in Surabaya und Film am Jakarta Institute of Arts. Sein Kurzfilm Kara, the Daughter of a Tree wurde 2005 als erster indonesischer Film in die Directors’ Fortnight von Cannes eingeladen. Sein Langfilmdebüt Blind Pig Who Wants to Fly wurde in Rotterdam mit dem Fipresci-Preis ausgezeichnet. Postcards from the Zoo lief 2012 im Wettbewerb der Berlinale und wurde bei den Asian Film Awards mit dem Edward Yang New Talent Award ausgezeichnet. Vengeance Is Mine, All Others Pay Cash erhielt 2021 den Goldenen Leoparden beim Festival in Locarno. 

 

Filmografie (Auswahl)

 2004 Dajang Soembi, Perempuan Jang Dikawini Andjing (Dajang Soembi, the Woman Who Was Married to a Dog); Kurzfilm 2005 Kara, Anak Sebatang Pohon (Kara, the Daughter of a Tree); Kurzfilm 2006 A Very Boring Conversation; Kurzfilm 2007 Trip to the Wound; Kurzfilm 2008 Hulahoop Soundings; Kurzfilm, Babi Buta yang Ingin Terbang(Blind Pig Who Wants to Fly) 2012 Kebun Binatang (Postcards from the Zoo, im Wettbewerb Berlinale 2012); 2013 Someone’s Wife in the Boat of Someone’s Husband,17,000 Islands; 2017 Posesif; 2018 Variable No. 3,Aruna & Lidahnya (Aruna & Her Palate, Berlinale 2019); 2021 Seperti Dendam, Rindu Harus Dibayar Tuntas (Vengeance Is Mine, All Others Pay Cash); 2024 Kabut Berduri (Borderless Fog); 2026 Monster Pabrik Rambut (Sleep No More).

 

Termine | Der Film Monster Pabrik Rambut (Sleep No More) wird in der Programmreihe Berlinale Special Midnight gezeigt.

Sa. 14.02. | 18:15 | Uber Eats Music Hall

So. 15.02. | 20:30 | Haus der Berliner Festspiele

Mi. 18.02. | 20:30 | CinemaxX 6

Fr. 20.02. | 21:30 | Zoo Palast 1

So. 22.02. | 15:15 | Colosseum 1

 


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 Filmstill aus Ghost in the Cell von Joko Anwar; Quelle: © Come and See Pictures 

 

Ghost in the Cell spielt in einem Hochsicherheitsgefängnis. Unter der Aufsicht eines tyrannischen Wärters wird der Knast von einer grauenhaften Mordserie erschüttert. Die Leichen werden kunstvoll und makaber drapiert. Wer ist der Täter? Wer das nächste Opfer? Hilflos ausgeliefert flüchten sich die Häftlinge in spontane Tanzduelle, unerwartete Gebete, wilde Faustkämpfe und Kierkegaard-Beschwörungen. Sie überwinden ihre Gang-Rivalitäten, um gemeinsam das Mordmotiv zu ergründen und den unsichtbaren Feind, der nicht von dieser Welt scheint, zu besänftigen. Indonesiens Genre-Magier Joko Anwar inszeniert Ghost in the Cell als fröhlich-groteske, in mehrfacher Hinsicht entwaffnende Horror-Komödie, in der es von schrägen Typen kurz vor dem Nervenzusammenbruch nur so wimmelt.

Ein raffinierter Balanceakt zwischen Leichtigkeit und brutaler Gewalt, bei dem das Lachen schon mal im Hals stecken bleibt. Ruhig bleiben? Hier unmöglich – urkomisch Übernatürliches mit Kritik an Macht und Korruption (…).

 

Kommentar des Regisseurs über die Kraft des Genres

»Ich habe immer geglaubt, dass das Genre eine eindrucksvolle Form ist, die es uns ermöglicht, klar über die Welt zu sprechen und zugleich das Publikum zu einem Erlebnis einzuladen.

»Ghost in the Cell« entspringt dieser Überzeugung. Unter seiner übernatürlichen Oberfläche verbirgt sich etwas sehr Reales: die massiven Abholzungen in Indonesien und die Tatsache, dass dieser Zerstörung allzu oft mit Schweigen oder Gleichgültigkeit begegnet wird. Wälder verschwinden, Gemeinden verlieren ihre Lebensgrundlage, und doch scheint Gerechtigkeit oft nur denen vorbehalten zu sein, die bereits Macht haben.

Indem ich die Geschichte in einem Gefängnis angesiedelt habe, konnte ich eine andere Form der Einschränkung untersuchen, eine, die durch ein System geschaffen wird, das die Schwachen bestraft und die Korrupten schützt. Der Geist in diesem Film ist nicht nur eine Erscheinung, die in den Zellen spukt, sondern auch eine Erinnerung an Konsequenzen, denen wir uns nicht stellen wollen.

Ich hoffe, dass der Film unterhält und beunruhigt, und das Publikum mit den Fragen zurücklässt, was wir außerhalb unseres Blickfeldes geschehen lassen und wer letztendlich den Preis dafür zahlt. Genre-Filme waren für mich schon immer ein Weg, schwierige Wahrheiten in das populäre Kino zu tragen. Dieses Mal wollte ich, dass die Wahrheiten noch lange nach dem letzten Bild nachhallen..«

Joko Anwar / Quelle: Arsenal Filminstitut

 

Daten zum Film

Ghost in the Cell | von Joko Anwar (Regie, Buch), Ical Tanjung (Kamera) | mit Abimana Aryasatya, Endy Arfian, Bront Palarae, Morgan Oey, Lukman Sard, Danang Suryonegoro | Joko Anwar (Montage), Aghi Narottama, Tony Merle (Musik) | Peter Bawiec (Sound Design) | Dennis Sutanto (Szenenbild) | Tia Hasibuan (Produzentin).

Filmlänge 106 Min. | in Farbe | Indonesien 2026 | Indonesisch (mit englischen Untertiteln) | Weltpremiere

Nathaniel P. Gunawan, Natalie Balakrishnan, Natasha Sidharta, Iqbaal Ramadhan, Ernest Prakasa, Dipa Andika, FX Iwan, Yonathan Nugroho, Maudy Ayunda, Jiro Ohno, Satoshi Goto, Naoko Komuro, Sean Kim, Morin Chandra, Jose Dima Satria, Imanuel Nugroho Wirajaya (Executive Producers) | Dian Sastrowardoyo, Anthony Chen, Yi Peng Teoh, Atsuko Ohno, Terutaro Osanai, Roshanak Behest Nedjad, Marine Arrighi De Casanova (Koproduzent:innen)

 

ProduktionCome and See Pictures, Jakarta, Indonesien | Rapi Films, Jakarta, Indonesien | Barunson E&A, Seoul, Südkorea | Legacy Pictures, Jakarta, Indonesien

Weltvertrieb: Barunson E&A, Seoul, Südkorea

 

Über | Joko Anwar

Joko Anwar, geboren 1976 in Medan, ist ein indonesischer Drehbuchautor und Regisseur, bekannt für Genrefilme mit sozialkritischen Themen. Seine Werke umfassen Komödien, Thriller, Horror- und Actionfilme, die sowohl von der Kritik bejubelt werden als auch große Erfolge an den Kinokassen verbuchen. Seine Filme werden weltweit gezeigt und feierten in Venedig, Toronto, beim Sundance Festival und – demnächst – auf der Berlinale Premiere. Mehrere wurden zu Rekord-Hits in Indonesien. Anwar hat auch für HBO Asia Regie geführt und eine Netflix-Serie entwickelt, die es in die US-Top-10 schaffte.

 

Filmografie (Auswahl)

2005 Janji Joni (Joni’s Promise); 2007 Kala (Dead Time: Kala), Pintu Terlarang (The Forbidden Door); 2012 Modus Anomali (Ritual); 2015 A Copy of My Mind; 2017 Pengabdi Setan (Satan’s Slaves); 2019 Gundala: Putra Petir (Gundala), Perempuan Tanah Jahanam (Impetigore); 2022 Pengabdi Setan 2: Communion (Satan’s Slaves 2: Communion);2024 Siksa Kubur (Grave Torture); 2025 Pengepungan di Bukit Duri (The Siege at Thorn High); 2026 Ghost in the Cell.

 

Termine | Der Film Ghost in the Cell wird in der Berlinale Sektion Forum gezeigt.

Das Forum bietet Einblicke in ein breites Spektrum filmischer Formen jenseits von Kult und Kommerz. Die Sektion steht für Reflexion des filmischen Mediums, hybride und dokumentarische Formate, gesellschaftlich-künstlerischen Diskurs und ästhetischen Individualismus. Die Sektion wird als unabhängiges Programm im Rahmen der Berlinale vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst kuratiert und organisiert.

 

Fr. 13.2. | 21:30 | Delphi Filmpalast

Sa. 14.02. | 15:15 | Cubix 8

Fr. 20.02. | 21:30 | Bluemax Theater

Sa. 22.02. | 13:30 | Cubix 8

 

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 Filmstill aus Ghost in the Cell von Joko Anwar; Quelle: © Come and See Pictures

 

Weitere Berlinale-Informationen

Programminfos, Ticketpreise und sonstige wissenswerte Hinweise zum Festival entnehmen Sie bitte den Seiten unter 76-Berlinale

 

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Das Festivalplakat der 76. Berlinale; Quelle: © Internationale Filmfestspiele Berlin / Claudia Schramke, Berlin 

 

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