logo indonesienmagazin

Ausstellung in Mannheim

»Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens«

 

Ohrring mit mythologischen Wesen, Java, 14. bis 15. Jahrhundert n. Chr. Der gegossene Ohrring zeigt einen eindrucksvollen Dämonenkopf mit vortretenden Augen unter kräftigen Augenbrauen. Reißzähne ragen von den Wangen nach oben und unten.Blattförmige Haarlocken breiten sich über die Stirn aus und flankieren den Kopf; Bildquelle: ©Mauro Magliani

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Im Zuge der sich ausweitenden Corona-Krise (COVID-19) sind zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen, Treffen etc. abgesagt bzw. werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Bitte informieren Sie sich wenn möglich bei den jeweiligen Organisatoren / Ausrichtern über den aktuellen Stand und nutzen zudem Links und Hinweise von öffentlichen Entscheidern, um sich über die Gesamtlage aufklären zu lassen.

 

Vor diesem Hintergrund ist auch die Sonderausstellung »Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens« derzeit nicht zu besichtigen, da die Reiss-Engelhorn-Museen bis auf weiteres ihren Besuchsbetrieb eingestellt haben.

 

Bleiben Sie gesund!

Redaktion InMaOn, 17.03.2020

 

(InMaOn / REM) Seit dem 15.09. 2019 präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen mit der Ausstellung »Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens« rund 400 einzigartige Schätze, aus dem 7. bis 15. Jahrhundert, die sich zu einem faszinierenden Kaleidoskop der hinduistischen und buddhistischen Handwerkskunst vereinen. Neben den goldenen Meisterwerken von zeitloser Schönheit wird ein faszinierender Einblick in moderne Methoden der Gold-Forschung gewährt.

 

Java – tiefe Regenwälder, gefährliche Vulkane, geheimnisvolle Tempel. Über viele Jahrhunderte lang war die indonesische Inselwelt Heimat mächtiger hinduistischer und buddhistischer Königreiche. Zeitlos schöne Schmuck- und Kultgegenstände künden heute von ihrer längst vergangenen Pracht und Kunstfertigkeit. Gefertigt sind sie aus jenem Material, das die Menschen seit Jahrtausenden in den Bann zieht – Gold.

 

Tigerkrallen-Kette Java, 7. bis 15. Jahrhundert n. Chr.; die 11 Krallenelemente nehmen zu den Enden hin an Größe ab. Ihre asymmetrische Anordnung ist ungewöhnlich: Sechs krümmen sich nach links und nur fünf nach rechts. Die größeren Elemente weisen doppelte halbkugelige Verzierungen auf, die kleineren herzförmige. Alle sind mit feinen Blattwirbeln und einem Perlrand verziert; Bildquelle:© Mauro Magliani

 

 

Ein Großteil der aus einer Privatsammlung stammenden Kostbarkeiten ist erstmals öffentlich zu sehen. Die Objekte wurden im Vorfeld im renommierten Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA) mit modernsten Methoden untersucht.

 

Goldene Meisterwerke wie Ringe, Arm- und Halsreifen sowie beeindruckende Diademe waren häufig bestimmten Gruppen, Schichten oder Lebensphasen vorbehalten. Sie erzählen von einer Gesellschaft, in der Macht, religiöse Ansprüche und Schönheit durch Goldobjekte ausgedrückt wurden. Stets haben die filigran verzierten Kleinodien neben ihrer dekorativen Funktion auch rituelle oder soziale Bedeutung. Diese lässt sich an den abwechslungsreichen Motiven ablesen.

 

Java liegt im Spannungsfeld zwischen Indien und China, zwischen Hinduismus und Buddhismus. Zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert – in der so genannten klassischen javanischen Periode – wurde das Inselreich von konkurrierenden Dynastien regiert. Um ihre Herrschaft zu legitimieren, verglichen sich die Könige mit Gottheiten. Sie bauten ein weit verzweigtes Handelsnetz auf und ließen prächtige Tempel- und Palastanlagen erbauen. Gold war als Zeichen von Status, Reichtum und Macht allgegenwärtig. Insbesondere Herrscher waren von Kopf bis Fuß mit kostbarem Goldschmuck ausgestattet. Die Fülle ist umso erstaunlicher, da es auf Java selbst kaum Goldvorkommen gibt und der seltene Rohstoff importiert werden musste.

 

Die gezeigten Goldobjekte bestechen durch ihre kunstvolle und detailreiche Bearbeitung.Verschiedene Techniken kommen zum Einsatz. Die Vielfalt an Formen und Verzierungen ist atemberaubend. Die Motive sind von Indien beeinflusst, weisen aber auch typische Charakteristika auf, die die Kunst Javas einzigartig und unverwechselbar machen. Das Spektrum reicht von Tierdarstellungen wie dem Elefantengott Ganesha über Dämonenfratzen bis hin zu aufwändigen Blüten- und Rankenmotiven. Oft sorgen Schmucksteine wie Amethyst, Granat oder Saphir für farbenfrohe Glanzpunkte.

 

Forschung an Goldobjekten aus Java – modernste Methoden, neue Herausforderungen

 

Von Objekten aus Gold geht nicht nur eine besondere Faszination für den Betrachter aus, sondern sie sind auch für Wissenschaftler eine wichtige Quelle und ein spannendes Fenster in die Vergangenheit. Die Idee zur Sonderausstellung »Javagold« entstand über eine lange Forschungskooperation mit der »Golden Lotus Foundation« aus Singapur. An den Reiss-Engelhorn-Museen befindet sich das renommierte Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA). Ein Spezialgebiet ist die naturwissenschaftliche Untersuchung von archäologischen und historischen Goldobjekten aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen. So haben die Mannheimer Experten sich unter anderem mit der Erforschung der Himmelsscheibe von Nebra, Goldfunden aus Troia oder dem Goldschmuck des Fürsten von Hochdorf international einen Namen gemacht. Bereits seit fast zehn Jahren werden die aus einer Privatsammlung stammenden javanischen Goldobjekte beim CEZA untersucht. Im Vordergrund stehen neben der Echtheit Erkenntnisse zu Herstellungstechnik und Herkunft. Dabei kommen modernste Geräte und Methoden zum Einsatz – von Digitalmikroskopie über Röntgenfluoreszenzanalysen bis hin zu Massenspektrometrie (ICP-MS) mit Laserablation.

 

Im CEZA werden auch neue Verfahren entwickelt. Diese sollen in Zukunft dabei helfen, das Alter von Goldobjekten zu bestimmen. Da Metalle keinen Kohlenstoff enthalten, stoßen herkömmliche Methoden wie die 14C-Analyse an ihre Grenzen. Allerdings werden bei der Bildung von Gold immer auch radioaktive Spurenelemente aufgenommen. Durch deren Zerfall entsteht Helium das im Kristallgitter des Goldes verbleibt. Erhitzt man das Edelmetall, weitet sich die Struktur auf und Helium kann aus dem Gold extrahiert werden. Das freigesetzte Helium wird quantitativ bestimmt, sodass aus dem Verhältnis Uran-Thorium-Helium ermittelt werden kann, wann das Gold geschmolzen wurde, um es in ein Schmuckstück zu gießen. Um selbst kleinste Proben auswerten zu können, arbeiten die Wissenschaftler des CEZA momentan an einem neuen Massenspektrometer zur Helium-Analyse.

 

Die Besucher der Schau »Javagold« werfen auch einen Blick hinter die Labormauern und bekommen in einem Spezialraum am Ende der Ausstellung einen spannenden Einblick in die Methoden der Gold-Forscher.

 

Ausstellungsdauer | Javagold – Pracht und Schönheit Indonesiens | 15.9.2019 – 13.4.2020

 

Öffnungszeiten | Di – So (auch an Feiertagen) 11 – 18 Uhr | 24.12. und 31.12. geschlossen

 

Ausstellungssort: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C5, 68159 Mannheim

 

Plakatmotiv; © Studio Mango, Foto: Mauro Magliani

 

Unterstützen Sie uns

Mit einem kleinen Beitrag sichern Sie nicht nur unsere Arbeit als Indonesien Magazin Online. Sie investieren gleichzeitig in die Stärkung kultureller Vielfalt und die Zukunft einer besonderen Informationsquelle.  ... hier mehr erfahren  


Click me on!

Veranstaltungen

Letzter Monat Oktober 2026 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 40 1 2 3 4
week 41 5 6 7 8 9 10 11
week 42 12 13 14 15 16 17 18
week 43 19 20 21 22 23 24 25
week 44 26 27 28 29 30 31

Newsletter abonnieren

27 + 33 = ?

kurz informiert

Konzert in Berlin

Heith & Tarawangsawelas: Duori

091026 Heith Tarawangsawelas Foto Eric Scaggiante 

(InMaOn) Am 09. Oktober 2026 erwartet die Gäste im Roten Salon der Volksbühne in Berlin ein besonderes Klangerlebnis: Heith & Tarawangsawelas: Duori, eine italienisch-indonesische Kollaboration, die über Kontinente hinweg entstand, präsentiert an diesem Abend ihr Album erstmals live in Berlin; mit Support von DJ Angel. ... zur Veranstaltung


14. Asientag in Köln – 25. bis 26.09.2026

14. Asientag in Köln

(InMaOn) Am 25. und 26. September 2026 laden Stiftung Asienhaus, philippinenbüro e.V. und Korea Verband zum 14. Asientag in Köln ein. Der Asientag befasst sich in diesem Jahr mit gesellschaftlich-bedeutsamen Themen wie Menschenrechte, Klimagerechtigkeit und demokratische Teilhabe. Die Veranstaltung wirft dabei vor allem einen Blick auf die Zivilgesellschaft und die Menschen dahinter, welche sich dafür einsetzen politische Prozesse mitzugestalten und nachhaltige Perspektiven für die Zukunft zu schaffen – in Asien und weltweit. ... zur Nachricht


40. Fantasy Filmfest im September 2026 – 8 Tage / 7 Städte

Fantasy Filmfest 2026 zeigt Ghost in the Cell von Joko Anwar

 

(InMaOn) Im September 2026 feiert das beliebte Fantasy Filmfest sein 40. Jubiläum. Das Festival läuft an 8 Tagen, in sieben ausgewählten deutschen Städten. Unter den Fantasy-Filmbeiträgen ist auch Ghost in the Cell, inszeniert von Indonesiens Genre-Magier Joko Anwar. In dieser schaurig-schönen Horror-Komödie, die im Gefängnis spielt, wimmelt es nur so von schrägen Typen kurz vor dem Nervenzusammenbruch. ... zur Nachricht


Kultur in Berlin

ARTCHIPELAGO 2026: Discover Immerse Celebrate

(InMaOn) Einladung zu dem kulturellen Event Artchipelago am 06.09 2026. Der Event wir unter dem Motto »Discover Immerse Celebrate« von der indonesischen Studentenvereinigung PPI für Berlin und Brandenburg auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer-Berg organisiert. Tagsüber erwartet die Gäste von 12 bis 18 Uhr – bei freiem Eintritt – ein indonesischer Markt mit Street Food, Kunsthandwerk, Kultur-Performances und Workshops im Hof der Kulturbrauerei. Am Abend folgt von 17 bis 22.30 Uhr im Kesselhaus das Musiktheater-Konzert »Echoing Through Time«. Für diese Veranstaltung müssen Karten erworben werden (...). ... zur Veranstaltung


Fest in Hamburg

Jam Karet Festival & Boboho 2026

 

(InMaOn) Am 05. September 2026 (15 Uhr bis 3 Uhr morgens) lädt das Jam Karet Festival gemeinsam mit Boboho, dem Diaspora-Karaoke-Kollektiv, zu einem kulturellen Fest auf die MS Stubnitz in Hamburg ein. Das Jam Karet Festival selbst ist bekannt als eine Veranstaltung, die indonesische Kulturen mit internationaler Atmosphäre vereint – ein Treffpunkt für Diaspora, Musikliebhaber und lokale Gemeinschaften(…). ... zur Veranstaltung 


Indonesien in Berlin

5. Auflage von »Buntes Berlin | Indonesien« jetzt auch online verfügbar

(InMaOn) Eine neue Ausgabe von »Buntes Berlin | Indonesien« steht zur Verfügung. Das Printmedium ist im Dezember 2018 erschienen und wird jetzt auch online über das Indonesien Magazin Online als PDF-Datei zur rein privaten Nutzung bereitgestellt. Es ist bereits die 5. Auflage, ein kleines Jubiläum.... zur Nachricht


zu den Nachrichten . . .