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Konferenz – Indonesien 20 Jahre nach der reformasi

Call for Papers: »Recht und Gerechtigkeit - Indonesien 20 Jahre nach reformasi«

 

 

Flagge, gesehen in Makassar; Bildquelle: Jörg Huhmann

 

(InMaOn /Watch Indonesia) 20 Jahre nach dem Fall des Suharto-Regimes und dem Beginn von demokratischen Prozessen in der indonesischen Gesellschaft (reformasi) wird es eine Veranstaltung in Berlin geben, die sich mit dieser Zeit und den Entwicklungen danach beschäftigt. Vom 09. bis 11. November 2018 veranstaltet Watch Indonesia e.V.  eine Konferenz zum Thema »Recht und Gerechtigkeit - Indonesien 20 Jahre nach Reformasi«.

 

Mit diesem Call for Papers richtet sich Watch Indonesia an Personen aus den Kreisen der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, der Politik und Wirtschaft sowie an Einzelpersonen. Kurzum, alle die sich in empirischer und/oder theoretischer Weise von unterschiedlicher Seite mit der Entwicklung in Indonesien nach 1998 befassen, sind eingeladen einen Abstract für einen Beitrag zu der geplanten Konferenz einzureichen. Die Organisatoren möchten ausdrücklich Studierende und Einzelpersonen ohne akademischen Abschluss ermutigen Vorschläge einzureichen.

 

Die Konferenzsprache wird Englisch sein. Abstracts dürfen aber auch in deutscher oder indonesischer Sprache eingereicht werden.

 

Beitragsvorschläge (Abstract und Fragestellung(en)) richten Sie bitte bis zum 30. September 2018 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

  

Das Jahr 1998 gilt in Indonesien als das Jahr der »Reformasi«, dem Ende der Diktatur. Die großen Demonstrationen der pro-demokratischen Bewegung, insbesondere der Studenten und Studentinnen, beendeten die Macht des Diktators Suharto, der das Land unter Militärherrschaft über 30 Jahre lang geführt hatte. Die Forderungen der Bewegung waren: (1) Ablösung von Suharto als Staatspräsident; (2) Rechtsverfahren gegen Suharto und seine »Cronies«; (3) Beendigung der Doppelfunktion (dwifungsi) des Militärs (TNI/ABRI); (4) allgemeine, freie, gerechte und demokratische Neuwahlen; (5) Beschluss der verfassungsgebenden Versammlung zur Bekämpfung von Korruption, Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft; (6) Beschluss der verfassungsgebenden Versammlung zur Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen; (7) Verfassungsänderungen (amendements); (8) Beendigung des Einheitsprinzips; (9) weitgehende Autonomie; (10) Senkung der Preise von Grundbedarfsmitteln; (11) Garantie auf ein Angebot von angemessenen Arbeitsplätzen.

 

Es ist nicht zu bezweifeln, dass im Reformprozess in Indonesien einige Erfolge zu verzeichnen sind, wie etwa Verfassungsänderungen, die Etablierung neuer Kommissionen und die Verabschiedung neuer Gesetze. Im Jahr 1999 wurde das Gesetz über Menschenrechte verabschiedet, das die Grundlage für viele weitere Gesetze (Kinderrechte, Frauenrechte, Arbeitsmigranten, etc.) sowie die Etablierung eines ad-hoc Menschenrechtsgerichtshofs legte. Essenziell für Verfassungsänderungen war 2003 die Etablierung des Verfassungsgerichts. Als weitere Reformmaßnahme wurde 2006 die Kommission zum Schutz von Zeugen und Opfern (LPSK) gegründet. Genauso wichtig war die Gründung der Antikorruptionsbehörde im Jahr 2002, die bis heute sehr große Unterstützung durch die Öffentlichkeit genießt. Ferner lässt sich Indonesien auf der internationalen Ebene durch verschiedene UN-Verfahren hinsichtlich Einhaltung der Menschenrechte prüfen. Der 20. Jahrestag der »Reformasi« bietet Gelegenheit eigene Bemühungen im Rückblick zu sehen, um neue Strategien zu entwickeln und eventuell eine Chance für Konsolidierung. Was wurde getan? Was haben wir geschafft? Wo stehen wir heute? Wie werden wir die Demokratie in Indonesien weiter unterstützen?

 

Diese Konferenz widmet sich folgenden Fragen: inwieweit wurden die von der Demokratiebewegung vor 20 Jahren formulierten Forderungen umgesetzt? Welche Fortschritte sind zu erkennen? Gibt es Defizite und wenn ja, warum? Hat die Demokratie in Indonesien zur Verwirklichung der Rechtsstaatlichkeit (rule of law) geführt? Welche Probleme sind seither neu entstanden oder verschärft worden? Welche Strategien und Maßnahmen gibt es, um die Entwicklung in Indonesien weiter zu fördern?

 

Diese Fragestellungen haben zum Ziel aufgrund einer Bestandsaufnahme die Kernpunkte von Erfolgen und Misserfolgen zu identifizieren, um daraus Handlungsoptionen für in Deutschland/EU ansässige Akteure der Zivilgesellschaft zu entwickeln.

Konferenz-Hintergrundinfos von Watch Indonesia e.V.

 

 

Anmerkung: Laut Organisatoren steht die Durchführung der Konferenz unter Vorbehalt der beantragten Fördermittel.

 

Ansprechpartnerin: 

Basilisa Dengen | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | Tel.: 030-69817938

 

 

 

 

 

 

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