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Gamelan Festival in München

Internationales Gamelan Musikfestival München »Indonesia # Bronze.Bamboo.Beats«

 

 

 Unterricht am Reyong-Gongspiel: Bildquelle: Fotini Potamia

 

(InMaOn) Vom 08. bis 17. Juni 2018 präsentiert das Münchner Stadtmuseum das Internationale Gamelan Musikfestival München »Indonesia # Bronze.Bamboo.Beats«. In dieser Zeit werden sich ausgewählte international bekannte Gruppen und Künstler auf verschiedenste Art und Weise mit der Kultur der beiden Inseln Bali und Java künstlerisch auseinandersetzen.

 

Gamelan – das ist die Ensemble-Musik der indonesischen Inseln Java und Bali, die bei uns hauptsächlich als »Ferieninseln« bekannt sind. In der westlichen Musikwelt erkannte Claude Debussy (1862-1918) als erster die hoch entwickelte Kultur dieser Schlagwerkorchester nach seinen Besuchen der javanischen Gamelanaufführungen auf der Weltausstellung in Paris 1889.

 

In seinen »Pagodes« nimmt er auch musikalisch Bezug auf das – javanische – Gamelan. Erst ab diesem Zeitpunkt erlangte diese Musik im Westen ernsthafte Aufmerksamkeit. Es ist ein schöner Zufall, dass das Internationale Gamelan Musikfestival München im 100. Todesjahr Debussys stattfindet.

 

Seit über 30 Jahren gibt es auch im Münchner Stadtmuseum eine »Gamelanszene«. 1986 wurde extra ein vollständiges Gamelan aus Mitteljava in slendro-pelog-Stimmung für die Sammlung Musik auf Java angefertigt und anschließend im Münchner Stadtmuseum aufgestellt. Seitdem kamen bisher über 20.000 Menschen durch Führungen und Workshops mit dieser musikalischen Hochkultur direkt in Berührung.

 

Seit den 1960er-Jahren gibt es eine neue Herangehensweise an die Musik anderer Kulturen: durch das aktive Selbermachen von Musik gelangen Komponisten, Musiker und Musikwissenschaftler zu neuen Erkenntnissen sowohl für das eigene Musizieren als auch für das wissenschaftliche Arbeiten. So studierten in den frühen 1970er-Jahren die »Minimalisten« wie Terry Riley, Steve Reich u.v.a. in Kalifornien balinesisches Gamelan. Daraus entwickelte sich in den USA und im Zuge dessen auch in Europa ein großes Interesse für diese Musikart. Die Möglichkeit in einer größeren Gruppe relativ schnell gemeinsam Musik machen zu können faszinierte. Auch Universitäten und Schulen entdeckten nach und nach die Vorteile des Gamelanspiels: gemeinsam Musizieren und gleichzeitig eine andere Kultur kennenlernen. In Großbritannien zählt man heute etwa 80 Gamelangruppen an Schulen und Universitäten. Auch Carl Orff (1895-1982) war schon früh von Gamelan-Musik begeistert und sah Möglichkeiten einer musikpädagogischen Umsetzung für seine »elementare Musikerziehung«.

 

András Varsányi, Kurator des Festivals / Leiter der Sammlung Musikdes Münchner Stadtmuseums

 

Die offizielle Festival-Eröffnung findet am Freitag, den 8. Juni statt. Um 17 Uhr startet das Festival mit einem Open-Air-Konzert am Mariahilfplatz. Den Auftakt des Festivals bildet bereits am Vorabend des offiziellen Starts das Filmmuseum des Münchner Stadtmuseums.

 

Um 19 Uhr führen zwei Musikfilme in die Gamelan-Thematik ein und vermitteln höchst spannende Geschichten rund um die Musik der Gamelans und der Musikkultur auf Bali. Gezeigt werden die Filme Shadowmaster von Larry Reed aus dem Jahr 1979 und Les couleurs du divin (Die Farben des Göttlichen – Made Terip) von Anne Caracache und Jacques Fassola von 1992, im Original mit englischen Untertiteln und mit einer Einführung von András Varsányi.

 

In den 11 Tagen präsentiert sich den Gästen eine facettenreiche Welt der Gamelanmusik – mit über 40 Auftritten, 20 Gruppen und insgesamt 300 Teilnehmern an 6 unterschiedlichen Spielorten. Es wird 11 Uraufführungen neuer Kompositionen geben, aber auch traditionelle Musik und Tänze kommen zur Aufführung. Viele der neuen Kompositionen sind Auftragswerke und gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.

 

Neben dem musikalischen Teil bietet das reichhaltige Festivalprogramm, eine Gamelan Ausstellung (wurde bereits vorab am 17. Mai eröffnet), ein zweitägiges öffentliches Symposium (09. Und 10. Juni) mit 18 Referenten zum Thema »Faszination Gamelan« sowie zahlreiche Workshops. Diese richten sich an Gruppen und Interessierte, besonders Schul- und Studentenklassen. Fortgeschrittene Gamelan-Musiker können sich in »open workshops« mit den Gamelanspezialisten auf intensiver Ebene austauschen. Insgesamt stehen 28 Workshop-Termine zur Verfügung.

 

Ein Highlight ist die Aufführung eines fünfstündigen traditionellen Wayang Kulit (Schattenfigurentheater) der Gruppe Southbank Gamelan Players aus London, die ihren dhalang (Schattenfigurenmeister) Ki Sujarwo Joko Prehatin aus Klaten in Mitteljava mit traditioneller Musik des mitteljavanischen Gamelans begleiten.

 

Das Festival konnte dank der Unterstützung zahlreicher Institutionen und Kooperationspartner realisiert werden. Darunter das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, die Indonesische Botschaft Berlin, die Ernst von Siemens Musikstiftung, das Goethe-Institut, die Kohlndorfer Stiftung München, die Harald-Genzmer-Stiftung, das Cara Bali-Münchner Gamelanensemble e.V., die Musikhochschule München, die Villa Waldberta, die Bayerische Akademie der Schönen Künste, dem Bayerischen Rundfunk, dem Orff-Zentrum München und dem Freundeskreis des Münchner Stadtmuseums und vielen anderen Akteuren.

 

Kurator des Festivals: Dr. András Varsányi 

 

 

Logo Gamelan Musikfestival München; Quelle Münchner Stadtmuseum

Weitere Infos zum Veranstaltungsprogrammen, Kartenpreien, Vorverkauf, Örtlichkeiten, Zeiten entnehmen Sie bitte den Seiten des Münchner Stadtmuseum unter Indonesia # Bronze.Bamboo.Beats  

 

Das Festival findet an verschiedenen Orten Stadt. Zentraler Veranstaltungsort ist das Münchner Stadtmuseum.

 

Hinweis: Für die Eröffnung des Musikfestivals am 8. Juni um 19.00 Uhr im Münchner Stadtmuseum – St. Jakobs-Platz 1, 80331 München – ist der Eintritt frei. Es sind begrenzte Plätze verfügbar. Die Einlasskarten sind bis 7. Juni um 12.00 Uhr über München Ticket  erhältlich, Restkarten am 7. Juni ab 17.30 Uhr an der Abendkasse.

 

 

 

 

 

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