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Indigene Völker

Internationaler Tag der indigenen Völker

 

Auf der Insel Siberut bewahren die Mentawai noch die Traditionen ihrer Vorfahren; Bildquelle: Nadja Ritter

 

(InMaOn/UN) Am 09. August 2016 wird alljährlich der »Internationale Tag der Indigenen Völker« begangen, in diesem Jahr mit dem Thema »Recht auf Bildung der Indigenen Völker«. Es war die UN (United Nations), die im Dezember 1994 beschloss diesen Tag einzuführen. Damit sollte an die erste Sitzung der 1982 initiierten UN-Arbeitsgruppe über indigene Völker erinnert werden, ein Gremium, das sich ausschließlich mit der Situation der indigenen Völker der Erde befasste und für die Erarbeitung einer UN-Erklärung über die Rechte der Indigenen Völker zuständig war.

 

Dieser Erklärungsentwurf schaffte es aber erst im September 2007 zur Verabschiedung durch die UN-Generalversammlung (bekannt als Resolution 61/295 der UN-Generalversammlung) und gilt als ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Indigenen zu mehr Anerkennung ihrer Rechte.

 

In einer früheren Meldung zum Thema »Die Rechte indigener Völker müssen geschützt werden« heißt es dazu von Ban Ki-moon, UNO-Generalsekretär: »Die indigenen Bevölkerungen der Welt gelten als die Bewahrer einiger der biologisch vielfältigsten Regionen dieser Erde und stehen für einen Großteil der Sprachen dieser Welt. Zusammen mit ihrem traditionellen Wissen, ihrer kulturellen Vielfalt und nachhaltigen Lebensweisen leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gemeinsamen Erbe der Menschheit. Die Annahme der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker in der Generalversammlung im Jahre 2007 war von historischer Bedeutung im Kampf der indigenen Völker für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Entwicklung (…)

 

Der UN-Tag der indigenen Völker 2016 ist dem »Recht auf Bildung« gewidmet. Dieser Anspruch bezieht sich auf den Artikel 14 in der UN-Erklärung über die Rechte der indigenen Völker. Darin heißt es: »Indigene Völker haben das Recht, ihre eigenen Bildungssysteme und -institutionen einzurichten und zu kontrollieren, in denen in ihrer eigenen Sprache in einer ihren kulturspezifischen Lehr- und Lernmethoden entsprechenden Weise unterrichtet wird (...).«

 

Trotz dieser Schutzbestimmungen hat sich das Recht auf Bildung noch nicht spürbar für die meisten indigenen Völker verwirklicht. Es gibt noch viel zu tun bei der Umsetzung von wirksamen Maßnahmen, im Zusammenspiel zwischen den Vorstellungen der staatlichen Institutionen und den Forderungen in den indigenen Gemeinschaften. Einige UN-Empfehlungen für die Zukunft sind auch unter dem folgenden link zum Thema »Recht auf Bildung« nachzulesen un-org-indigenousday-rights-to-education

 

Begleitende Informationen finden sich auf den Seiten des United-Nation-Information-Centre-in-Jakarta

 

Weiterführende Nachrichten, Daten und Fakten zum zum »UN-Tag der Indigenen Völker« sowie zum Thema der Indigenen Völker im Allgemeinen können auf den Seiten der Deutschen-Gesellschaft-für-die-Vereinten-Nationen-e.V. abgerufen werden.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Im Einklang mit der Natur leben die Indigenen auf der Insel Siberut; Bildquelle, oben und unten: Nadja Ritter

Infoblock

Der Terminus »Indigene Völker« geht zurück auf den Der UN-Sonderberichterstatter José Martínez Cobo, der 1986 gemeinsam mit der UN-Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen die als diskriminierend empfundenen Begriffe »Ureinwohner« und »Eingeborene« ersetzte. »Indigen« wird wahrscheinlich von der spanischen Bezeichnung indígenas abgeleitet und bezeichnet Gemeinschaften von ursprünglichen Bewohnern einer Region oder eines Landes.

Weltweit gibt es schätzungsweise 370 Millionen Indigene, in über 90 Ländern. Das entspricht weniger als 5 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch 15 Prozent der Ärmsten dieser Erde.  Auf die Indigenen fallen die meisten der geschätzten 7000 Sprachen der Welt und sie repräsentieren 5000 verschiedene Kulturen.

Indigene Völker haben ihre eigenen Wissenssysteme, Werte und Institutionen entwickelt sowie Praktiken und oft spezifische Wirtschaftsmethoden, die auf einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen basieren.

Etwa 50 bis 70 Millionen Menschen werden in Indonesien als indigen bezeichnet.

Allein 45 Millionen der indigenen Völker Indonesiens leben im Wald und von der nachhaltigen Nutzung der Wälder.

Auf der Insel Neuguinea gibt es eine außerordentlich große kulturelle und sprachliche Vielfalt. Hier werden 15 % der Sprachen der Welt gesprochen.

Im westlichen, indonesischen Teil Neuguineas (West-Papua) ist die Heimat von etwa 312 verschiedenen indigenen Völkern, einschließlich einiger unkontaktierter Völker.

Adat bezeichnet das Gewohnheitsrecht der indigenen Völker Indonesiens, das lange vor den heutigen geschriebenen Landesgesetzen existierte. Adat bezeichnet aber auch die lokalen, gesellschaftlichen Strukturen sowie Wertvorstellungen und Alltagspraktiken von ethnischen Gruppen. Man spricht auch von »Adatgesellschaften«

Quellen: United Nations, Survival International, Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

 

 

 

 

 

 

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